Stefanie Witt – Kommunikationsdesignerin

Über Stefanie Witt

Seit 2009 begleite ich als freischaffende Kommunikationsdesignerin Existenzgründer auf Ihrem Weg in die Selbstständigkeit und optimiere das Design bestehender Unternehmen. Dabei stehe ich ihnen als Ansprechpartnerin für viele Fragen rund um das Thema Marketing zur Seite.

Die schnelle, strategische und kreative Konzeptentwicklung für viele Projekte kleiner und mittelständischer Unternehmen haben meinen Blick für ihre Ansprüche und Bedürfnisse geschult. In meiner Arbeit nutze ich meine Konzernerfahrung großer Marken für Ihre Praxis: Effiziente und professionelle Umsetzung trotz kleinem Budget.

Worin liegt mein Schwerpunkt?

Meine Stärke ist das Corporate Design – das gesamte Erscheinungsbild eines Unternehmens/einer Organisation. Ich entwickle mit Ihnen und entwerfe für Sie Ihre visuelle Firmenidentität – mit dem Blick für das große Ganze.

Corporate Design ist mehr als Briefpapier. Machen Sie sich hier ein Bild über die Möglichkeiten, die Sie haben. Sie haben bereits ein Corporate Design? Sie möchten es weiterentwickeln? Dann sind Sie hier richtig. Wir überlegen gemeinsam, wohin Sie möchten und was Sie dafür brauchen – und nur so viel wie nötig.

 

INTERVIEW

„Für Grafikdesign ist der Standort Falkensee sehr vorteilhaft“

Kommunikationsdesignerin Stefanie Witt hat ihre Wurzeln in Falkensee und kehrte nach vielen Jahren in Berlin und Hamburg in ihre Heimat zurück. In der Werbegemeinschaft Falkensee-Mitte gehört Stefanie Witt zur Arbeitsgruppe Werbung.

Ich traf Stefanie Witt (37) früh am Morgen zum Interview. Ihr Büro für Grafik und Design liegt in einer alten ausgebauten Scheune in der Seegefelder Straße. Sie ist eine sehr umsichtige Persönlichkeit, die klar strukturiert ist. Bei allem was sie tut, geht sie konzentriert und mit viel Biss an die Sache heran.

Kann man Kreativität tatsächlich erlernen oder liegt so etwas im Blut?

Das ist gleich eine Hammerfrage! (lacht). Ja, kann man, auf jeden Fall. Ich glaube, dass es nichts mit Talent zu tun hat, ob jemand kreativ ist.

Oder könnte man auch sagen, dass man Kreativität auf jeden Fall weiterentwickeln kann?

Es gibt nicht umsonst viele Kreativitätstechniken. Wenn man sein Gehirn darauf trainiert, kreativ zu sein, stellt es sich darauf ein. Die Frage ist eher: Was heißt es kreativ zu sein? Kreativ sein bedeutet für mich: Zwei Dinge, die es bereits gibt, in ihre Einzelteile zu zerlegen und hinterher wieder so zusammenzusetzen, dass sie etwas Neues ergeben. Oft muss man Altes zerstören, um Neues zu schaffen. Sei es ein altes Haus einzureißen, um ein neues aufzubauen. Oder man kombiniert zwei alte Wörter, um ein neues draus zu machen. Das ist aus meiner Sicht der hauptsächliche Weg der Kreativität.

Wie war Dein beruflicher Werdegang, bevor Du Dich in Falkensee selbständig gemacht hast? Du hast mit vielen hochkarätigen Kunden zusammengearbeitet und bist auch mit wichtigen Preisen ausgezeichnet worden.

Toll! (lacht). Nach dem Abitur  wollte ich zuerst Malerei und Bildhauerei studieren und habe mich ein Jahr lang an einer Jugendkunstschule darauf vorbereitet. Während dieser Phase habe ich gemerkt, dass ich gern viel sinnvoller arbeiten möchte, als nur für mich selbst. Ein Künstler bewegt sich oftmals nur in seiner eigenen Welt und schwebt in seinen eigenen Wolken. Ich wollte lieber etwas Praktisches machen und habe dann Grafikdesign studiert. Das war genau das Richtige für mich. Ich konnte praktisch arbeiten und trotzdem schöne Dinge gestalten.

Nach dem Studium habe ich Erfahrung in mehreren Agenturen gesammelt. Ich hatte das Glück und konnte bei großen Werbeagenturen mit Kunden aus der Automobilbranche arbeiten. Bis zu meinem 30sten Lebensjahr hatte ich keinen Führerschein, wusste aber, was eine A- oder B-Säule ist oder wie die neuesten Motoren funktionierten. Das war ganz witzig (lacht). Ich habe bei diesen Agenturen in großen Teams viele Jahre lang Werbung machen können. Beispielsweise für Mercedes, Volkswagen oder BMW. Heute weiß ich, wie oberflächlich es ist, aber damals war ich schwer beeindruckt, wenn irgendwo ein großes Plakat hing oder eine Werbeanzeige im Fernsehen lief, bei der ich mitgewirkt hatte.

Die große Werbewelt ist nicht unbedingt Sex, Drugs and Rock'n‘Roll. Rock’n‘Roll kann man streichen, aber der Rest stimmt (lacht). Das war nicht ganz meine Welt. Eine 80-Stunden-Woche war fast normal, ohne dass es mir schwerfiel. Das habe ich knapp sieben Jahre gemacht. Danach wurde die innere Stimme im Kopf immer lauter und forderte noch einen anderen Teil in meinem Leben.

Ich heiratete und bekam mein erstes Kind. Beides war nur vereinbar, indem ich mich von diesem Rausch der Werbewelt wieder löste. Ich war beispielsweise in meiner Agentur erst die Zweite von knapp 300 Mitarbeitern, die in Teilzeit gearbeitet hat. Das hat aber leider nicht funktioniert. Da bot es sich für mich an, mich selbständig zu machen. Das war ein gleitender Prozess, der gut funktioniert hat.

Ich brauchte aber auch meine drei, vier Jahre, um mich zu etablieren. Da ist es wie in jedem anderen Beruf. Man muss erst einmal einsteigen, die neue Welt und die Kunden kennenlernen. Inzwischen ist es so, dass ich mir meine Kunden aussuchen kann, weil ich mir einen gewissen Ruf erarbeitet habe. Aber das ging nicht von heute auf morgen. Das war harte Arbeit.

Klar, der Anfang ist immer schwer. Wie verschaffst Du Dir ein Bild von neuen Kunden? Woran kannst Du festmachen, was für die Selbstdarstellung des Kunden benötigt wird?

Zur ersten Frage: Woran erkenne ich einen Kunden, der zu mir passt oder ich zu ihm? Das ist ein Bauchgefühl und jahrelange Erfahrung. Wenn ein Kunde aus einer kreativen Branche kommt, passt er meist sehr gut zu mir. Dann habe ich einen anderen Zugang, als beispielsweise zu Kunden, die eher Zahlenmenschen sind. Das können unter Umständen andere Grafikdesigner viel besser als ich. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass mir gewisse Branchen besser liegen als andere. In manche Themen kann ich mich schwieriger hineinversetzen. Mit diesem Hintergrund achte ich schon im Vorfeld darauf, dass ich mir den Menschen genau anschaue, bevor ich zusage. Das spreche ich dann auch offen aus.

Würde Dir die Versicherungsbranche also nicht so liegen?

Wenn der Kunde ein kreativer, moderner Mensch ist, schon! Wenn er den Klischees entspricht, die wir über diese Branche vor Augen haben, dann wäre er nicht sofort mein Wunschkunde.

Also der Mensch ist entscheidender als die Branche?

Ja, das schon. Die Frage ist, ob wir auf einer Wellenlänge sind. Darum führe ich immer ein Vorgespräch. Mir ist es natürlich auch schon passiert, dass ich erst während des Projektes gemerkt habe, dass es nicht gut passt. Die andere Frage ist für mich sehr leicht zu beantworten. Für manch anderen mag es schwerer sein: Was braucht der Kunde, was braucht sein Unternehmen? Das ist ganz leicht herauszufinden, wenn man sich in seine Kunden hineinversetzt. Dann weiß ich, was derjenige benötigt.

Es ist sehr häufig so, dass Unternehmer etwas aus sich heraus wünschen. Oder sie glauben, etwas zu brauchen, weil das allgemein üblich ist, beispielsweise einen Flyer oder eine Werbemappe. Vielfach wollen die Kunden eines Unternehmens aber nicht über einen Flyer, sondern über ein ganz anderes Werbemedium angesprochen werden. In dieser Hinsicht berate ich den Unternehmer. Ich versuche ihn zu motivieren, vielmehr danach zu schauen, was sein Kunde wirklich möchte.

Was hat Dich dazu bewogen, Dir gerade in Falkensee Deinen festen Standort zu suchen? Wo hast Du vorher gearbeitet? Vermutlich nicht in Falkensee, weil Mercedes und Volkswagen hier nicht ansässig sind.

Nein, ich habe in Hamburg und in Berlin, beispielsweise bei Jung von Matt und bei DDB gearbeitet. Ich bin zwischen den beiden Städten gependelt. Selbständig habe ich mich in Falkensee gemacht, weil ich hier wieder hergezogen bin. Das lag nahe, denn ein Großteil meiner Verwandtschaft wohnt hier. Cousins, Cousinen, Tante, Onkel, Großmutter … Aufgewachsen bin ich in Berlin, aber ich war immer hier. Deswegen kenne ich auch das alte Falkensee sehr gut. Ich habe wahrgenommen, wie es sich verändert hat. Am Anfang waren natürlich die meisten meiner Kunden aus Berlin. Das hat sich inzwischen gewandelt, so dass die meisten aus Falkensee und dem Umkreis stammen.

Was sind die Schwerpunkte Deiner Tätigkeit?

Meine Schwerpunkte haben sich über die Zeit ein bisschen gewandelt. Am Anfang habe ich Existenzgründer begleitet. Der Prozess dauert im Durchschnitt ein Jahr. Ich habe beispielsweise die Geschäftsausstattung und die Website entwickelt, Anzeigen geschaltet oder habe sie in Marketingfragen beraten.

Hast Du Dir das so gewählt oder war das Zufall?

Das war so gewählt. Ich mag es, einen Prozess von Anfang an zu begleiten. So wie ein Architekt ungern ein Haus weiterbauen möchte, welches er nicht selbst entworfen hat. Es ist sinnvoll, gleich von Beginn an mit dabei zu sein. Später kamen Webshops dazu. Und schließlich mein eigener Webshop „Oskars Bügelbilder“, der dieses Jahr auch schon fünf Jahre alt ist. Der Shop ist ursprünglich entstanden, um mehr Erfahrungen in dem Bereich für meine Kunden zu sammeln. Manchmal hatte es mich geärgert, dass meine Kunden meine Ratschläge nicht angenommen hatten. Vor allem, wenn ich dachte, ich habe Recht (lacht).

Du bist eben die Fachfrau (lacht).

Genau, richtig. Dann habe ich mich entschlossen, es selbst auszuprobieren. Ich habe mir ein kleines Business herausgesucht, das gut zu mir gepasst hat. Das würde ich übrigens auch jedem anderen raten – etwas zu tun, was man aus sich selbst heraus entwickeln kann. Ich habe also einen kleinen Onlineshop aufgebaut, der Bügelbilder verkauft. Ich habe alle meine erlernten, erlesenen und erprobten Tools so angewendet, dass das Geschäft tatsächlich gut funktioniert hat. Nach drei Monaten hatte ich meine erste Mitarbeiterin eingestellt, weil ich es nicht mehr allein schaffen konnte. Heute ist es ein großes Projekt für mich. Der Onlineshop nimmt im Moment 60% meiner Zeit ein.

Du hast also eigene Erfahrungen gesammelt, die Du weitergeben kannst. Du agierst nicht nur als Kommunikationsdesignerin, sondern weißt auch konkret, wie ein Webshop funktioniert.

Ganz genau. Ich konnte durch mein eigenes Unternehmen tatsächlich eigene Erfahrungen weitergeben und die Richtigkeit meiner Ideen nachweisen. Aber inzwischen ist der eigene Shop so groß, dass ich keine anderen Shops mehr betreuen kann.

Alles klar, das ist interessant. Den Onlineshop „Oskars Bügelbilder“ betreibst Du neben Deinem Grafikdesignbüro. Welche Produkte bietest Du unter diesem Label an?

Wir bieten Bügelbilder an. Das heißt, man kann ein Motiv, einen Namen oder einen Schriftzug bestellen und bekommt dann das Bügelbild nach Hause geliefert. Zu Hause kann man das Bild auf das Textil seiner Wahl aufbügeln. Das sind manchmal Kissen, T-Shirts, Beutel, alles Mögliche. Der Unterschied zu anderen Anbietern ist, dass man bei uns kein fertiges Produkt kauft, sondern nur die Bügelbilder. Der Kunde hat das fertige Textil selbst oder besorgt es sich und kann das Motiv ganz individuell aufbügeln. Wir bieten viele verschiedene Motive an. Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass der Kunde das Motiv selbst erstellt und wir ein Bügelbild daraus machen.

Woher kommen Deine Ideen? Auf Deiner Website ist zu lesen, dass Du auch Deine Kinder mit ins Boot holst. Das ist zumindest für einen Laien ein ungewöhnlicher Ansatz, die Ideen der Kinder in Wirtschaftlichkeit umzusetzen.

Ich finde den Ansatz gar nicht so abwegig, weil indirekt auch Kinder unsere Kunden sind. Sie sind sozusagen die Zweitkonsumenten. Die Erwachsenen richten sich danach, was die Kinder wollen. Wenn gerade Bagger, Bauarbeiter oder kleine Monster angesagt sind, dann wäre es verkehrt, wenn wir so etwas nicht anbieten würden. Meine Jungs sind 8 und 10 Jahre alt und natürlich wahnsinnig stolz, wenn ich ein Motiv von ihnen verwende, beispielsweise kleine Monsterchen.

Sind Deine Mitarbeiter in beiden Deiner Geschäftsfelder, also in der Werbeagentur und  im Onlineshop „Oskars Bügelbilder“ tätig? Wie viele Mitarbeiter hast Du insgesamt, die jeweils wo arbeiten?

Wir sind zu viert. Ich habe zwei feste Mitarbeiterinnen und eine Aushilfe. Das Grafikdesign liegt nur in meiner Hand. Das heißt, die neuen Kollektionen und die neuen Motive für Oskars Bügelbilder designe ich zum größten Teil selbst. Natürlich nehme ich auch die Ideen von meinen Mädels mit auf. Den anderen Bereich, Grafikdesign, mache ich zu 100% selbst, was einfach daran liegt, dass die Kunden auch meine Handschrift wollen. Meine Mitarbeiterinnen sind beides Mütter und heute nicht im Büro, da wir hier eine Vier-Tage-Woche haben. Sie sind beide keine gelernten Grafikerinnen, aber trotzdem Gold wert. Ich weiß das sehr zu schätzen. Durch eine gute Einarbeitung sind sie inzwischen sehr wichtig für mich und Oskar.

Ist der Standort Falkensee, auch bezogen auf die digitale Arbeitswelt von Bedeutung für Dich? Oder handelt es sich um eine rein private Entscheidung, hier zu sein?

Der Standort hat sich für mich ergeben, weil ich hier aufgewachsen bin und mich hier wohl fühle. Viele schöne Kindheitserinnerungen sind mit Falkensee verbunden. Dadurch war der Standort quasi gegeben. Mein Onlineshop ist natürlich standortunabhängig. Das hat nichts mit Falkensee zu tun. Wir haben viele Kunden in Falkensee, könnten den Shop aber auch genauso gut in Flensburg oder in München betreiben. Allerdings nicht mit meinen großartigen Mitarbeiterinnen (lacht).

Ja, genau! (lacht). Aber für die Standortwahl waren die Mitarbeiter bestimmt noch nicht entscheidend?

Genau. Für das Grafikdesign ist der Standort sehr vorteilhaft – also Falkensee. Wir haben in Falkensee und im Umland viele Gewerbetreibende, die Bedarf an Grafikdesign haben. Wir sind nicht nur ein Dorf!

Ich habe den Eindruck, dass Du eine sehr aktive Netzwerkerin bist. Du bist auch Mitbegründerin von „Made in Falkensee“. Möchtest Du gern kurz einmal zusammenfassen, was das ist?

Das Netzwerk „Made in Falkensee“ ist eine lose verbundene Gruppe. Inzwischen sind wir 150–160 Leute. Wir sind Kreative, Künstler und Kunsthandwerker aus Falkensee und Umgebung. Mit Umgebung ist das nähere Havelland, teilweise bis nach Potsdam und Nauen heran gemeint. Alles ist aber noch gut erreichbar. Unser Netzwerk hat sich einfach aus der Freude herausgebildet, sich auszutauschen. Es haben sich viele Kooperationen gebildet. Neue Kreativmärkte sind entstanden, es gab mehrere Galerien auf Zeit, zusammen mit der IGZ. Ein kleiner Höhepunkt ist die kleine Galerie „Made in Falkensee“, welche dank der Stadt ein Jahr lang Dauergast in der Bahnhofstraße 80 sein darf. Alle zwei Jahre geben wir das Heft „Made in Falkensee“ heraus, was auch sehr gern angenommen wird. Darin hatte unser Netzwerk auch seinen Ursprung.

Das Label „Made in Falkensee“ ist an euch bereits vergeben. Würdest Du ganz allgemein sagen, dass das Motto „Made in Falkensee“ oder auch „buy local“ ein Kaufargument für die Bewohner von Falkensee und Umgebung ist?

Definitiv. „Made in Falkensee“ ist inzwischen eine kleine Marke geworden. Das merken wir beispielsweise daran, wenn Veranstaltungen oder Kreativmärkte angesagt sind. Die Teilnehmer fragen uns, ob sie das Logo auf ihre Flyer oder Plakate setzen dürfen. Das machen wir natürlich immer gern. Wir beschränken uns nicht nur auf die Mitglieder unseres Netzwerkes. Es geht einfach nur darum, kreativ zu sein und das nach außen zu tragen. Das macht viel Spaß.

Wie kann eine Werbegemeinschaft für die Innenstadt von Falkensee das Motto „buy local“ verkaufen? Bist Du der Meinung, dass dies ein Verkaufsargument und eine gute Standortwerbung für die Verbraucher der Region ist?

Es ist inzwischen eine eigene Bewegung geworden, sich wieder seiner regionalen Bindung zuzuwenden. Ein Grund für die Rückbesinnung zu den eigenen Wurzeln ist sicher die weit verbreitete Konsumsättigung. Sicherlich kommt unser Netzwerk „Made in Falkensee“ so gut an. So ein Label kann die Identifikation mit Falkensee stärken und zum Kauf von Falkenseer Produkten anregen. Aber wir sind nicht die einzigen, die daran arbeiten. Die Werbegemeinschaft „Falkensee – starke Mitte“ möchte ebenso ein Bewusstsein bei den Verbrauchern dafür schaffen – „Ich kauf‘ gern in Falkensee.“  Das ist bei vielen Einwohnern bereits vorhanden. Die Werbegemeinschaft „Falkensee – starke Mitte“ oder „Made in Falkensee“ muss diesen Bedarf nicht neu wecken, sondern nur verstärken.

Bleibt Dir bei all dem Engagement noch Zeit für Hobby und Familie?

Ja, weil es das Gleiche ist (lacht) Ich lebe meine Leidenschaften aus und habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Netzwerken ist mein Hobby. Darum empfinde ich es nicht als Arbeit, sondern genieße es. Ich kann mich also gar nicht daran überarbeiten (lacht). Ich tue einfach Dinge, die mir Spaß machen.

Ich weiß, was Du meinst. Du hast einfach großes Interesse an dem, was Du tust, und darum ist  es keine Last für Dich.

Genau. Ich habe natürlich auch immer Aufgaben, die mir wie ein kleiner Berg vorkommen. Aber die hat man überall. Sei es zu Hause der Wäscheberg oder die nächste Galerie auf Zeit.

Du hast gesagt, dass Du Deine Kinder mit einbeziehst in Deine Kreativität und dass Du diese Kreativität auch lebst und zu Hause an die Söhne weitergibst.

Ja. Man gibt das weiter, was man selbst lebt, wofür man steht. Meine Jungs sind beide sehr kreativ. Der Große möchte aktuell Künstler oder Bäcker werden. Bäcker deshalb, weil er so gerne riecht. Eine Zeitlang sagte er: „Mama, ohne meine Nase könnte ich nicht leben.“

Schön (lacht). Was würdest Du Dir für die Zukunft von Falkensee wünschen?

Ich würde mir wünschen, dass die einzelnen Gewerbetreibenden mehr Spaß daran haben, über den eigenen Tellerrand zu schauen und dass sie den Konkurrenzgedanken abschaffen. Ich denke, das ist etwas total Veraltetes. Diese negativen Gedanken verhindern Kooperationen und viele Möglichkeiten, in der Gemeinschaft etwas Größeres zu bewirken. Ich würde mir wünschen, dass es die Gewerbetreibenden schaffen, aufeinander zuzugehen und Denkblockaden abzulegen: Was hat er, was ich nicht habe? Wo bin ich besser, wo ist der andere besser? Nimmt er mir Kunden weg oder was kann ich tun, damit ich ihm Kunden wegnehmen kann? Wir sollten das einfach mal weglassen und uns besser kennenlernen. Dann werden wir sehen, was dabei herauskommt. Ich denke, dass die Werbegemeinschaft „Falkensee – starke Mitte“ geeignet ist, diesen Anspruch umzusetzen.

Vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Heike Eppelmann.