Ein Zentrum für gesundes Sehen

Heike Eppelmann: Augenwelten und
Gesundheitszentrum für Contactlinsen und Optometrie

Nach meinem Abschluss zur Augenoptikermeisterin arbeitete ich mehrere Jahre in unterschiedlichen Bereichen der Augenoptik. 2006 wechselte ich in die Selbstständigkeit und eröffnete das erste Geschäft Augenwelten in Falkensee Finkenkrug. 2015 konnte ich das Augenoptikergeschäft von Familie Brandt und das Gesundheitszentrum für Contactlinsen und Optometrie in der Bahnhofstraße übernehmen. Inzwischen arbeiten an beiden Standorten 13 Mitarbeiter. Mit unserer neu eingerichteten Werkstatt und dem von modernster Technik unterstützten Augenprüfraum, dem Kontaktlinsenstudio und dem breiten Spektrum an Hilfsmitteln für vergrößernde Sehhilfen, können wir eine ganzheitliche Betreuung anbieten.  Genauso wichtig wie die technischen und medizinischen Aspekte sind modische Belange. Bei uns vereint sich die Schönheit einer Brille mit traditionellem Handwerk und moderner Technologie. Qualität verpflichtet und das spricht sich herum!

 

INTERVIEW

„Ich bin ein kompromissloser Optimist!“

 

Sie ist die „Neue“ nach Gerhardt Brandt in der Bahnhofstraße im Zentrum Falkensees. Dabei feiert Heike Eppelmann (54) bereits dieses Jahr ihr 10-jähriges Geschäftsjubiläum in Falkensee. Wie passt das zusammen? Ein Besuch bei Frau Eppelmann.

 

Dienstag, der 10.5.16, 8:30 Uhr. Frau Eppelmann ist zum Interview-Termin überpünktlich. Sie nutzt die Ruhe vor dem Sturm in Ihrem Geschäft in der Bahnhofstraße 54. Ihre Zeit teilt sie unter Ihren zwei Filialen auf. Dienstags und Donnerstags ist sie in der Bahnhofstraße, die anderen Tage in der Finkenkruger Filiale.

Sie wirkt locker und ausgeschlafen – auch wenn sie das Gegenteil behauptet. Ihre Erscheinung ist sportlich, fast jugendlich und farbenfroh. Während des Interviews lacht sie viel, was sie noch jünger wirken lässt.

 

Frau Eppelmann ist nicht ungekannt in Falkensee. Sie bringt frische Luft und Ansichten in die Stadtmitte. Ein unkonventionelles und modernes Auftreten ist ihr wichtig. In sozialen Netzwerken ist sie sehr aktiv. Denn sowohl online als auch offline trifft man sie häufig und gerne an. Sie hat keine Scheu, Ihr Wissen und Ihre Lebenslust unter das Volk zu streuen. Deshalb ist Heike Eppelmann auch spontan die erste der Werbegemeinschaft Falkensee-Starke-Mitte e. V., die wir im Interview begrüßen dürfen.

Frau Eppelmann, benötigen Sie wirklich eine Brille oder gehört sie zu Ihrer Arbeitskleidung?

Ja, ich benötige wirklich eine Brille. (lacht) Aber auch erst seit ich das entsprechende Alter einer Lesebrille habe. Und weil ich es einfacher finde, meine Brille immer aufzuhaben als sie zu suchen, habe ich eine Gleitsichtbrille, die ich nicht ablegen muss.

Welche Ausbildung haben Sie genossen?

Ich habe mit 17 die klassische Handwerksausbildung zum Augenoptiker begonnen. Danach folgten die Gesellenjahre und anschließend 3 Jahre bis zum Augenoptiker-Meister.

Sie wollten schon immer Optikerin werden, obwohl sie gar keine Brille brauchten?

Nee, aber ich fand den Beruf mit 17 einfach gut. Das Handwerk hat mich interessiert. Das kleinteilige Arbeiten hat mich gereizt.

Die Ausbildung zum Augenoptiker ist heute übrigens um einiges vielschichtiger. Neben dem klassischen Weg des Handwerks, wie ich es gelernt habe, ist die opteometrische Seite des Berufs viel bedeutender geworden. Mittlerweile füllte es einen Studiengang.

Deswegen ist Ihnen wichtig, dass ihre Angestellten in diese Facetten gehen? Bei meiner Recherche ist mir aufgefallen, dass bei Ihnen Augenoptiker, Opteometristen und Optikermeister arbeiten.

Ja, mir ist wichtig, dass wir ganz breit in die verschiedensten Richtungen aufgestellt sind. Jeder von uns geht dabei in die Richtung, die ihm oder ihr mehr liegt.

Treten Sie in die Fußstapfen Ihrer Eltern?

Meine Eltern waren keine Optiker! (lacht herzlich) Sie waren Landwirte. Mein großer Bruder ist Werbefachmann. Erst mein kleiner Bruder hat dann die Landwirtschaft meiner Eltern übernommen.

Wussten Sie schon immer, dass sie den klassischen Weg eines Angestellten verlassen werden und später mehrere Optiker-Filialen auf Ihr Eigen nennen?

Nein! Das hätte ich Früher niemals gedacht.

Arbeiten Sie noch an der Basis als Augenoptikerin?

Durch das zweite Geschäft hier in der Bahnhofstraße arbeite ich eher weniger im handwerklichen Bereich. Ich springe natürlich immer wieder mit ein, wenn Not am Mann ist und übernehme auch mal spontan opteometrische Aufgaben wie eine Augenprüfung. Aber gerade in den Umbauphasen muss ich mich mehr um die Organisation kümmern.

Welche Eigenschaften sind aus Ihrer Sicht als Unternehmerin unverzichtbar? Was sollte jedem Unternehmer im Blut liegen?

Kompromissloser Optimismus! (wieder ein offenes Lachen.) Also bei mir funktioniert es. Ich bin ein kompromissloser Optimist! Mein Leitspruch war schon immer: „Das wird schon!“ Wir scherzen oft und rufen uns gegenseitig immer wieder unser Motto zu: Es gibt keine Probleme – nur Aufgaben!

Sind Sie mit diesem unerschütterlichen Optimismus auf die Welt gekommen?

Ich habe neulich gerade gelesen, dass die angeborene Persönlichkeit, nur zu einem sehr geringen Prozentsatz, ich glaube es waren unter 10 Prozent, nachträglich beeinflusst werden kann. Manchen fällt es einfach leichter optimistisch zu sein, manchen ein bisschen schwerer. Da habe ich vielleicht etwas mehr Glück gehabt.

Warum sind Sie Unternehmerin in Falkensee? War es Zufall? Ich frage deshalb, weil Falkensee als Standort oft als schwierig bezeichnet wird.

Nein, das war kein Zufall. Ich hatte erst ein Geschäft in Spandau 1999 übernommen. Der erste Schritt in die Selbständigkeit war für mich nicht die Riesenhürde, da ich dort vorher schon gearbeitet hatte. Anfangs lief es sehr gut. Dann hat sich innerhalb von 10 Jahren das Umfeld stark geändert. Die Schönwalder Straße ist inzwischen ein Brennpunkt in Spandau und ziemlich runtergekommen. Janine Stalinsky war schon damals meine Mitarbeiterin. Wir merkten: „Das geht hier nicht so weiter. Die Umsätze gehen immer mehr zurück. Wir müssen uns ein zweites Standbein suchen.“ Ab 2005 begannen wir beide konkret nach einem neuen Standort zu suchen. Da ich am westlichen Rand von Berlin wohne, haben wir vorwiegend im Nordwesten von Berlin geschaut, wo es attraktiv sein könnte, wo ein Optiker fehlt.

Sie haben nicht gedacht „Ich gebe auf, es funktioniert nicht“?

Nein, ein zweiter Standort war die erste Option. 2006 haben wir unsere Filiale in Finkenkrug eröffnet. Kurz darauf stand fest, dass wir die Filiale in Spandau aufgeben. Zum damaligen Zeitpunkt war ich mit zwei Geschäften überfordert. Die Leute wollten gern von mir persönlich bedient werden. Mich gleichzeitig um den neuen Laden und die Stammkunden in Spandau zu kümmern, war mir zu viel. Ich hatte damals noch keine so guten Mitarbeiter, dass sie mich ersetzen konnten. Ich wurde über einen langen Zeitraum krank und habe Ende 2007 das Spandauer Geschäft aufgegeben. Man kann nicht sagen, dass Finkenkrug schon aufgebaut war, aber es tat gut, sich wieder nur auf ein Geschäft zu konzentrieren. Wir haben dort jahrelang nur zu zweit gearbeitet.

Wann fühlten Sie sich in Finkenkrug etabliert?

5 Jahre hat es gedauert. Es wurde stetig immer mehr. Die Hoffnung „Das wird schon!“ wurde belohnt. Und dass, obwohl in Finkenkrug keine entsprechende Infrastruktur ist. Außer dem Bahnhof ist dort nicht viel. Zum Zeitpunkt unserer Suche hieß es, hier soll im großen Stil gebaut werden und es entsteht ein kleines Geschäftzentrum. Dazu ist es nie gekommen. Deshalb bin ich sehr stolz darauf, dass wir es ohne diese Infrastruktur geschafft haben, uns einen guten Ruf zu erarbeiten. Die Leute kommen nicht zufällig vorbei, sondern reisen gezielt an.

Können Sie benennen, warum die Kunden auch aus der etwas weiteren Umgebung bis zu Ihnen nach Finkenkrug kommen?

Verbindlichkeit ist das Wichtigste. Ich glaube, dass wir nicht nur gut, sondern auch sehr verbindlich sind. Werbung ist wichtig, aber das allerwichtigste sind zufriedene Kunden, die uns durch Mundpropaganda gern empfehlen. Das ist mehr wert als alles andere. Das Angebot und die Qualität sind sehr wichtig. Die Verbindlichkeit aber bindet.

Gab es eine Wiederholung? Haben Sie die zweite Filiale in der Bahnhofstraße aufgemacht, weil das Finkenkruger Geschäft etwas stagnierte?

Nein, auf keinen Fall. Das war eine wirtschaftliche Entscheidung. Mir hätte es auch gefallen, wenn ich in meinem kleinen Laden mit meinen 3 Angestellten gemütlich arbeite und alle Leute einfach zu mir kommen. (lacht herzlich) Aber so war es eben nicht. Man beobachtet seine Konkurrenz. Mir war von Anfang klar, dass der Standort im Zentrum von Optiker Brandt gesetzt war. Aber es war eben auch klar, dass viele Leute zu uns nach Finkenkrug kommen, weil sie sich bei Brandt vielleicht nicht so ganz wohl gefühlt haben. Bereits vor 3 Jahren hatte ich Herrn Brandt gefragt, ob er sein Geschäft verkaufen möchte und habe mein Interesse gezeigt. Im Oktober 2014 ist er auf mich zugekommen, da er in Rente gehen wollte. Ich habe mich dann mit meinen Kolleginnen besprochen, ob wir das Angebot annehmen wollen. Es bringt nichts, wenn nur ich das möchte, meine Mitarbeiter solche Entscheidungen aber nicht mittragen.

Ein Platzhirsch ist gewichen. Toll, dass Herr Brandt Ihnen sein Geschäft angeboten hat.

Das war für mich auch eine wirtschaftliche Entscheidung. Mir war klar, jemand neues, der frisch und modern ist und etwas Staub aus dem Laden nimmt, uns damit das Wasser in Finkenkrug abgräbt. Ich bin Herrn Brandt sehr dankbar dafür, dass er auf mich zukam. Ab und zu kommen er oder seine Frau hier vorbei. Dann schauen sie mal rein. Dieses Geschäft war ja sein Lebenswerk und wurde über mehrere Generationen getragen. Ich habe aber den Eindruck, dass sie zufrieden mit Ihrer Entscheidung sind.

Bei meinen Recherchen bin ich darauf gestoßen, dass Sie gerade ein neues Labor mit modernster Technik hier in der Bahnhofstraße eingerichtet haben. Das sind sehr hohe Investitionen, welche in Falkensee nicht viele wagen.

Ich hatte damit gerechnet, dass es nach der Neueröffnung vielleicht ein halbes Jahr bis ein Jahr dauert, bis sich rumgesprochen hat, dass hier alles ein bisschen neu und anders ist und sich dadurch der Umsatz bessert. Aber die Leute sind viel früher wieder gekommen. Das hat mich dazu bewegt, hier noch mehr zu verändern und zu investieren.

Kleiner Themenwechsel: Mögen Sie die Bahnhofstraße?

Schön ist sie nicht. (lacht) Aber sagen wir mal so, ich bin der Meinung, sie hat wirklich Potential. Und braucht mehr optimistische mutige Leute. Was ich übrigens überhaupt nicht nachvollziehen kann, dass nach 25 Jahren die alte Stadthalle immer noch als Schandfleck mitten in der Stadt steht. Das müsste als erstes angegangen werden.

Sie sehen Hoffnung, wenn dort ein neues Objekt steht...

Ja, das wäre wirklich toll. Etwas kleingliedriges mit kleinen Geschäften. Dann kann man wirklich Endpunkte setzen. Das SeeCarré als Anfang, der Stadthallenteil als Ende. Und das strahlt dann auch hoch bis zu Steen und zum Biobackhaus. Es hätte in alle Richtungen positive Effekte.

Falkensee von obenEine Alt-Falkenseerin hatte mal gezählt – sie kam auf über 30 Geschäfte in der Bahnhofstraße vor der Wende. Viele können sich gar nicht vorstellen, dass man hier tatsächlich alles bekommen hatte, so fern die Regale gefüllt waren. Glauben sie daran, dass es wieder möglich ist?

Ich bin fest davon überzeugt, dass hier etwas passieren muss! Und dafür brauchen wir einen Magneten. Aber eben nicht noch ein Einkaufszentrum mit sogenannten Ankermietern, welche immer das Gleiche anbieten. In ganz Deutschland sieht jedes Einkaufzentrum gleich aus. Das ist kein Magnet. Es muss individuell sein und was ausstrahlen. Kleine Geschäfte, die interessant sind. Neulich habe ich ein schönes Notizbuch als Geschenk für meinen Mann kaufen wollen, aber bin in Falkensee nicht fündig geworden.

Das SeeCarré wird Ende 2017 seine Pforten öffnen. Wie ist Ihre Meinung: Wird sich das Kaufverhalten in Falkensee ändern?

Ich denke, dass viele Leute dort einkaufen werden. Es gibt zwei Arten von Käufern: Menschen, die Wert auf Beratung und persönlichen Kontakt legen und Leute, die es billig mögen. Es gibt in Falkensee genügend Kunden für beiden Richtungen. Davon bin ich überzeugt.

Wenn sich eine Optiker-Filiale im SeeCarré ansiedelt. Was denken Sie – hat es Auswirkungen auf Ihre Geschäfte?

Da mache ich mir keine Sorgen. Das sind dann die Kunden, welche jetzt schon zu Billiganbietern nach Berlin oder in den Havelpark fahren. Wenn jetzt eine Optiker-Kette dort einziehen würde, berührt es mich nicht. Das große Kettenverhalten gibt es seit über 30 Jahren, das ist nicht neu. Und zusätzlich gibt es jetzt auch viele Shops im Internet. Das ist ein ganz anderer Markt, den wir nicht wollen. Mir wurde gesagt, dass ein Optiker aus dem Ort ins SeeCarré kommt. Aber ich habe da keinen Bedarf. Ich bin sehr zufrieden mit meinen Standorten und möchte mich nicht verzetteln. Wir wollen die Kunden ganzheitlich betreuen. Ihnen nicht nur Brillen in bunter Preisbreite, sondern auch opteometrische Leistungen anbieten. Dafür haben wir den neuen Augenprüfraum. Und wir spezialisieren uns immer mehr auf vergrößernde Sehhilfen. Außerdem gibt es im Haus das sehr spezialisierte Kontaktlinsenstudio sowie einen Augenarzt. Man kann in diesem Haus praktisch eine Rund-um-Betreuung erwarten. Zusammen sind wir ein richtiges Augenzentrum.

Wenn Sie heute einen „Wünsch dir was“-Tag hätten. Was würden Sie an oder in Falkensee verändern?

Ich würde mir wünschen, dass Altes bewahrt wird. Es gibt noch 2 oder 3 Bauernkarten in der Bahnhofstraße. Diese Fassaden würde ich retten. Es sind große Grundstücke, die man natürlich für Mehrfamilienhäuser gut nutzen kann. Aber trotzdem würde ich die Front dieser Häuser retten. Ich würde mir wünschen, dass der letzte Zug Altbestand neben den Akazienhöfen erhalten bleibt und es dafür Fördergelder für die Eigentümer gibt. Das ist Kulturgut und sollte nicht durch hübsche glatte Fassaden ersetzt werden.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Das Interview führte Stefanie Witt (kontakt(at)grafik-design-witt(dot)de)